Kevin Aebischer
Das Matthäusquartier ist sozial divers – doch diese Diversität endet an den Schwellen privatisierter Innenhöfe und fehlender Barrierefreiheit. „Add-On” schmiegt sich als bauliches Scharnier in die Blockrand-Lücke: zwischen die Brandwände, in den Bestand, um den Baumbestand – und erschliesst dabei den Innenhof als öffentliche Passage. Ein Skelettgerüst mit Liftkern und Aussentreppe bildet das Rückgrat. Flexible Mieträume lassen sich von Bewohnenden oder Externen zuschalten – Erweiterung statt Ersatz, Durchmischung auf engstem Raum. Der Eingriff bleibt minimal: gebaut auf wenigen Stützen, ohne Unterkellerung. Der Entwurf setzt auf Low-Tech: Südorientierung zur passiven Solargewinnung, drei terrassierte Split-Levels als klimatische Pufferzonen. „Add-On“ versteht sich als ökologisch und sozial nachhaltiges System. Es ist ein Bau, der sich einfügt statt aufdrängt, der Bestehendes stärkt und Raum lässt: für Gemeinschaft, für Achtsamkeit, für das Leben.