Suter + Suter (D)
Das Architekturbüro Suter + Suter geht auf das von Rudolf Suter (1871–1932) und Otto Burckhardt (1872–1952) gegründete Büro Suter und Burckhardt zurück. Nach dem Tod Rudolf Suters 1932 wurde dessen Sohn Hans Rudolf Suter (1908–2001) Partner an Stelle des Vaters, 1945 folgte sein Bruder Peter Suter (1914–1998) auf Otto Burckhardt, und das Büro nannte sich fortan Suter + Suter. In den folgenden 50 Jahren entwickelten sich Suter + Suter von einem lokalen Architekturbüro zu einem international tätigen Generalplanungsunternehmen, bis sie Mitte der 1990er Jahre in der Folge von Immobilienspekulationen Konkurs anmelden mussten. Ein Schwerpunkt der Bauproduktion von Suter + Suter lag stets in und um Basel, wo das Büro gegründet wurde und seinen Hauptsitz hatte. Gleichzeitig bauten Suter + Suter aber auch in der ganzen Schweiz, im angrenzenden Ausland und in Übersee, beispielsweise in Indien oder den USA. Sie waren insbesondere spezialisiert auf die Gesamtplanung von Industrieanlagen, etwa für CIBA und CIBA-GEIGY (heute Novartis) auf dem Klybeckareal in Basel, in Stein (AG) oder in Monthey (VS). Ebenso gehörten grosse Verwaltungs- und Geschäftsbauten für Industrie und Banken, so etwa das sogenannte Lonzahochhaus in Basel, sowie öffentliche Grossanlagen wie das Bruderholzspital in Binningen zum Repertoire des Büros. Als Generalunternehmen mit zeitweise über 1000 Mitarbeitenden taten sich Suter + Suter zudem in Fragen der Büroorganisation und der Digitalisierung hervor. Die Auseinandersetzung mit dem Architekturbüro Suter + Suter, das in der Zeit des enormen Wirtschaftsbooms zwischen 1945 und 1975 selbst eine ausserordentliche Wachstumsgeschichte erlebte, bietet sich an, um der Frage nachzugehen, welche Auswirkung die gesteigerte Massenproduktion im Bausektor in jenen Jahren auf Prozesse, Organisationsstrukturen und Akteursnetzwerke und schliesslich ganz konkret auf die gebaute Umwelt hatte.