Maurin Nissen
Nexus – Umnutzung des ehemaligen Logistikzentrums der Post in Thun
Die Analyse der räumlichen Netzwerke verdeutlicht die prominente Lage, an welcher sich das ehemalige Postverteilzentrum in Thun befindet. Untersucht wurden das Gewässernetz mit seinen Schifffahrtsrouten, die Wanderwege, das Schienen- und das Strassennetz. Allesamt umflechten sie das Postgebäude in nächster Nähe. Die übergeordnete Entwurfsidee sieht vor, das Haus räumlich in diese Netzwerke zu integrieren und eine unmittelbare Verbindung zwischen dem Gleisraum und dem Flussraum zu schaffen. Das Erdgeschoss bleibt weitestgehend unprogrammiert und ist öffentlich zugänglich. Die ehemalige LKW-Laderampe wird als „Stadtbühne“ genutzt und steht der Öffentlichkeit sowie externen Veranstaltern zur Verfügung. Im Untergeschoss und den beiden Obergeschossen findet das Kunstmuseum Thun seinen neuen Platz. Die unterschiedlichen Raumstimmungen finden im Tragwerk ihren Ursprung. Die schwarze Wanne im Untergeschoss ist aus Ortbeton erstellt und vom Tageslicht abgeschottet. Sie wirkt schwer und sorgt für einen langsamen Start in den Museumsrundgang. Die beiden Geschosse darüber sind in einer hybriden Skelettbauweise, bestehend aus Betonstützen und Stahlträgern, erstellt. Um sich in der Aufstockung von dem bestehenden Stützenraster lösen zu können, kommt ein Raumfachwerk zum Einsatz. Das Tragwerk löst sich so nach oben hin immer weiter auf. Von Beton über ein Hybridsystem zu Stahl. Von einer Massivbauweise über eine Skelettbauweise zu einem räumlichen Gitter. Von schwer zu leicht.