Simon Vullioud – freie Thesis
MORGES MORGEN – MORGES DEMAIN
Dieses Projekt hat den Anspruch, das Gesicht von Morges neu zu definieren, indem es das Potenzial zur Umnutzung der Autobahn, die die Stadt durchquert, bestmöglich nutzt. Dies basiert auf einem einfachen Prinzip: Um die Machbarkeit einer Umfahrung zu gewährleisten, muss das Potenzial und der tatsächliche Mehrwert für das Gebiet sowohl in finanzieller Hinsicht als auch in Bezug auf die Lebensqualität nachgewiesen werden. In unserem Fall schlage ich einen positiven Kreislauf vor, in dem die Umwandlung der Autobahn in einen Park verschiedene Stadtviertel von Morges miteinander verbindet und gleichzeitig einen Grünraum bietet, in dem sich die Menschen entspannen und eine Zukunft ohne Autobahnlärm und -verschmutzung genießen können. Durch die Qualitäten dieses Parks und das Ende des Autobahnverkehrs wird der Wert der Grundstücke entlang dieser ehemaligen Infrastruktur steigen. Der durch die Aufwertung geschaffene Bodenwertzuwachs wird die finanziellen Mittel zur Schaffung des Parks liefern – das eine ist ohne das andere nicht möglich. Deshalb schlage ich vor, die Stadt Morges rund um diese Achse zu verdichten. Die Stadt besitzt großes Potenzial, sowohl durch ihre geografische Lage zwischen Lausanne und Genf als auch durch ihre Nähe zum See und zum Juramassiv. Die Idee ist es, die durch die Autobahn durchquerten Quartiere zu analysieren, um geeignete Verdichtungsszenarien vorzuschlagen.
Jedes Quartier hat dabei seine eigenen Merkmale und Qualitäten, weshalb die architektonische Antwort diesen Charakter widerspiegeln sollte. Zudem schlage ich vor, in jedem Quartier ein symbolisches Gebäude zu identifizieren,das eine neue Bedeutung erhält. Diese markanten Punkte sollen dem neuen Verkehrs- und Freiraum eine Struktur geben und vielfältige Nutzungen ermöglichen, die den Reichtum und die Vielfalt der Stadt Morges widerspiegeln. In einem nächsten Schritt wird eines der fünf identifizierten Quartiere – das Quartier Nordbahnhof – vertieft untersucht. Hier schlage ich eine neue Verdichtung durch drei Hochhäuser vor, deren Erdgeschosse so gestaltet sind, dass sie das Leben im Quartier aktivieren und den nördlichen Bereich aufwerten. So soll ein erster Schritt zur Überwindung der durch die Autobahn verursachten Trennung zwischen Nord und Süd gemacht werden. Schließlich entwirft dieses Projekt eine Zukunft, in der Morges die ehemalige Narbe der Autobahn nutzt, um sich neu zu orientieren, intelligent zu verdichten und sein Stadtgefüge zu überdenken – um sich als bedeutende Stadt in der Region zu etablieren.