Ondina von Hartz
ALURIA
Wohnen über dem Tramdepot
Der Entwurf verfolgt eine städtebauliche Nachverdichtungsstrategie die auf Ergänzung statt Substitution basiert. Der Standort ist historisch durch Mobilität, technische Infrastruktur und betriebliche Abläufe geprägt. Das bestehende Tramdepot bleibt in seiner ursprünglichen Funktion als infrastrukturelle Anlage erhalten und wird weiterhin als integraler Bestandteil des städtischen Systems betrieben. Diese funktionale Kontinuität bildet das konzeptionelle Fundament des Projekts, Nachverdichtung wird nicht als Bruch, sondern als bauliche Fortschreibung des Bestands verstanden.
Die bestehenden Hallen in Stahl und Eisenbetonbauweise bleiben als primär raumbildende Struktur erhalten. Grosszügige Spannweiten, vertikale Dimension und materielle Präsenz definieren ein robustes strukturelles Gerüst. Die Aufstockung reagiert darauf mit konstruktiver Zurückhaltung. Neue Lasten werden gezielt in den Bestand eingeleitet, Eingriffe auf das statisch Notwendige reduziert. Die Wohnnutzung überlagert den Bestand als zweite leichtere Bauschicht. Über der massiven Primärstruktur etabliert sich eine neue konstruktive Ordnung aus Stahl und Holzelementen, die Leichtigkeit und Reversibilität artikuliert. Im Inneren erzeugt die bauliche Überlagerung differenzierte räumliche Konstellationen. In die bestehenden Hallen werden neue Strukturen eingestellt, die keine raumabschliessende Funktion übernehmen, sondern Durchlässigkeit und visuelle Kontinuität bewahren.