Camilla Marcoli

Räume in Synergien

Das Projekt befindet sich auf dem ehemaligen Industrieareal Djeva in der Gemeinde Monthey. Das Gebiet wurde einst für die chemische Produktion von Edelsteinen genutzt und liegt heute brach. Der Entwurf zielt darauf ab, dem Ort eine neue Identität zu verleihen und ihn wieder in das städtische und soziale Gefüge der Gemeinde zu integrieren.

Der Masterplan sieht die Entwicklung eines kleinen, gemischt genutzten und teilweise autarken Quartiers vor, das unterschiedliche Funktionen miteinander verknüpft und die Beziehungen zum umliegenden Kontext stärkt. Der Ansatz besteht darin, behutsam einzugreifen, bestehende Gebäude und Freiräume auszuwählen und aufzuwerten sowie deren Potenzial zu erkennen. Die Freiräume spielen dabei eine zentrale Rolle: Sie gliedern sich in geschützte, intimere Höfe und offenere, lebendigere öffentliche Bereiche.

Das Thema der Siedlung konzentriert sich auf die Programmierung von Synergien zwischen unterschiedlichen Nutzungen und Nutzergruppen. Da das Areal durch eine große funktionale Vielfalt und unterschiedliche Nutzer geprägt ist, ist dieser Aspekt entscheidend für eine gute soziale Kohäsion. Das Programm umfasst eine Atelierschule, ein Altersheim mit Tagesstruktur, eine Sporthalle, Produktionsflächen für größere Unternehmen, gewerbliche Nutzungen sowie verschiedene Wohnformen. Ziel ist es, sogenannte „Orte der Überschneidung“ zu definieren, also gemeinschaftlich nutzbare Räume, die für unterschiedliche Nutzergruppen geeignet sind und Interaktion sowie Integration fördern. Überlagerungen von Nutzung, Zeit und Intensität bilden dabei die Grundlage für die Gestaltung multifunktionaler Räume.

Die Übersetzung des Programms in konkrete Räume basiert auf einer sorgfältigen Analyse des Bestands: Räumliche, materielle und dimensionale Qualitäten der Gebäude bestimmen die Zuordnung der Nutzungen. Ziel ist es nicht, den Bestand zu erzwingen, sondern die Nutzungen an dessen tatsächliche Potenziale anzupassen – durch minimale und gezielte Eingriffe. Die Räume sind flexibel konzipiert und darauf ausgelegt, unterschiedliche Aktivitäten sowohl kurz- als auch langfristig aufzunehmen. Auf architektonischer Ebene bleiben die Eingriffe bewusst zurückhaltend, sind jedoch klar ablesbar. Die Transformationen, obwohl minimal, heben die „Schichten“ der Geschichte des Ortes hervor, insbesondere in den Freiräumen, wo der Dialog zwischen Bestand und Neuem besonders sichtbar wird.