Janic Elias Mikosch

Das Chablais-Gebiet rund um Monthey erfährt ein konstantes demographisches Wachstum. Auf dem alten Giovanola-Gelände entsteht ein Transformationsprozess. Wir sehen eine prozesshafte Verdichtung des Areales vor. Gewerbliche Zwischennutzungen der alten Industriehallen, der Bau des neuen Bahnhofs und die Ansiedelung der technisch Industriellen Berufsschule von Monthey dienen als Katalysatoren des Transformationsprozesses. Das städtebauliche Konzept strebt eine hohe Dichte an. In Anlehnung an die industrielle Geschichte sollen die Fussabdrücke von abgebrochenen Hallen für Neubauten übernommen und in die Höhe gezogen werden. Die Aussenräume sollen gesichert und durch neues produzierendes Gewerbe entlang der grossen Piazza aktiviert werden. Diese trennt und verbindet die gewerbliche- und die Wohnseite des Areals. An dieser Piazza steht das Projekt.

Der breite (27 Meter) vorgegebene Fussabdruck bringen einige Herausforderungen mit sich. Das Volumen wird in der Vertikalen abgestuft. Zur Piazza bildet sich eine dominante Fassadenseite, die der der städtischen Seite des Wohngebäudes Gewicht gibt. Auf der Rückseite, die einer Quartierstrasse gleichkommt, prägen begrünte und bewachsene Terrassen, Atrien und Balkone den Ausdruck.

Die Konstruktion ist reduziert. Das Gebäude ist in einer Holzskelettstruktur gebaut, die einem massiven Sockel im Erdgeschoss aufliegt. Die Skelettstruktur ist aus gedübeltem Brettstapelholz aus Fichte konzipiert. Dabei werden die Bauteile getrennt und so verbaut, dass eine Demontage nach Ablauf der Lebensdauer gewährleistet ist. Zudem verzichtet das Gebäude auf eine klassische Bodenplatte. Aufgrund des Grundwasserschutzgebiets sind Unterkellerungen verboten. Sowieso möchten wir dem Boden zurückgeben, was ihm gehört – Wasser. Die alte Bodenplatte wird abgebrochen und das Gebäude auf Stützen gestellt. So wird die Versickerung des Wassers wieder gewährleistet. Das Gebäude reagiert und arbeitet mit den vier Elementen (Wasser, Sonne, Luft und Erde). Die Südfassade ist eine Solarfassade. Wasser wird auf dem Dach in einem Retentionsgefäss gespeichert und kühlt das Gebäude in der Nacht. Das Wasser kann dank dem schwebenden Volumen wieder versickern und das Leben im Boden (Erde) geschützt werden. Zudem sind die Grundrisse sind so konzipiert, dass Querlüftungen gewährleistet sind. Farben werden durch das Material bestimmt. Mittels einer materialgerechten Konstruktion wird die Farbe ebenso durch die konstruktive Funktion bestimmt. Vieles ist roh. Das muss nicht sein. Es soll die Möglichkeiten offen lassen, dass die Bewohnenden nicht nur den Raum, sondern auch die farbliche Ausgestaltung für sich aneignen können. So können die Menschen nach ihren eigenen farblichen Vorstellungen wohnen und identifizieren.