Forme forte – Von Nizza bis Barcelona
Die Seminarreise führt uns, ausgehend von Nizza entlang der Mittelmeerküste bis nach Barcelona. Wir besichtigen Projekte unterschiedlicher Massstäbe und Ideale, deren gemeinsamer Nenner im kräftigen Umgang mit architektonischer Form im Licht des Mittelmeers. Es sind Bauten, in die neben menschlichem Mass immer die übergeordneten Bezüger des Landschafts- und Stadtraums einbedacht sind und die sich damit als geeignete Studienobjekte für das Semesterprojekt, den Entwurf einer Stadtkrone für Basel, eignen.
Von der prägnanten Uferfront der Promenade des Anglais reisen wir zuerst in Richtung Marseille. Fernand Pouillon (1912 – 1986), der das dortige Hafenbecken markant fasste, wurde entscheidend von der klassizistischen Architektur des benachbarten Aix-en-Provence sowie den «singenden Steinen» der Abbaye du Thoronet geprägt. Die weiter westlich gelegene Retortenstadt La Grande Motte von Jean Balladur (1924–2002) kontrastiert als Grand Ensemble mit ihrer Monumentalarchitektur das weiter östlich auf die Wasserstrassen Venedigs anspielende Lagunenlabyrinth Port Grimaud von François Spoerry (1912 – 1999). Auf dem weiteren Weg nach Barcelona treffen wir ab Montpellier auf Bauten Ricardo Bofills (1939), dessen Phalanstère-artiges Walden 7 in Barcelona ähnliche Themen der Stadt im Haus aufgreift wie zuvor die Unité d‘habitation von Le Corbusier (1887 – 1965) bei Marseille.