Maurus Hitz

DAS GÜRTELTIER

Der vorliegende Entwurf sieht eine komplette Überformung des ehemaligen expressiven Gebäudes der Schweizer Fernfachhochschule vor. Neu als Kultureinrichtung für das Furttal gedacht, befinden sich Theatereinrichtungen, Werkstätten, Musizierzimmer und verschiedene Kleinsträume in den ehemaligen Strukturen des Bestandes und organisieren sich um ein gemeinsames Atrium.

Auf Stadtebene wird das Erdgeschoss vollständig geöffnet und bietet Platz für Veranstaltungen und Aufführungen jeglicher Art im Lichthof des Gebäudes. Dieser kann je nach Nutzung unterschiedlich abgetrennt, erweitert oder in den Aussenraum verlegt werden. Die angehängten Werkstätten stehen dem Quartier offen und können sich je nach Bedarf ebenfalls in den Aussenraum oder das Foyer ausbreiten.

Zwei Türme flankieren die ehemalige Struktur und nehmen neu zum einen die Erschliessung und den Warenlift in sich auf. Die beiden Anbauten sorgen dank ihrer Anordnung und Zweckmässigkeit für eine grösstmögliche Flexibilität in den zukünftigen wechselnden Nutzungen.

Die Erschliessungsschicht an der Stichstrasse zur Furttalpromenade gelegen, besteht aus einer einfachen Stützen-Unterzug-Stahlkonstruktion und erlaubt durch die flexible Anordnung der Polycarbonat-Schiebeelemente die Aneignung der Nutzenden dieser Schicht als Aufenthaltsraum im Zwischenklima, gedeckter Aussenraum oder Theaterbühne. Im Sockel der Erschliessung befindet sich ein kleines Café, das je nach Veranstaltung auch im Abendbetrieb genutzt werden kann. Zuoberst lockt ein Gemeinschaftsraum mit angrenzender Dachterrasse für ein gemeinsames Verweilen unter freiem Himmel.

Flankiert von diesen beiden Türmen befindet sich das Bühnenfenster, welches statisch vom Bestand losgelöst zwischen zwei expressive Betonscheiben gehängt wird und mit seinen Räumlichkeiten des Tanzstudios und der Probebühne des Theaters das Innere des Gebäudes in den Siedlungs- und Gleisraum trägt.

In der als Stahlbau ausgeführten Aufstockung des Gebäudes hinter dem Bühnenfenster kommen sämtliche Räumlichkeiten unter, die der Bestand aufgrund von Raumhöhen, Schallanforderungen oder Volumen nicht gewährleisten kann. Dazu gehören zwei Ensembleräume, ein Bandraum und zwei Schlagzeugräume in unterschiedlicher Grösse.

Die Fassade im Pfosten-Riegel-System wird durch starre Brise-Soleil-Elemente und mechanisch nach aussen öffnende Klappfensterflügel gegliedert, welche so die natürliche Belüftung gewährleisten.

Situation
Erdgeschoss
1. Obergeschoss
3. Obergeschoss
Querschnitt
Längsschnitt
Südfassade
Westfassade
Detailschnitt
Schema Erdgeschoss
Schema Abbruch Neubau Bestand
Visualisierung Tanzstudio
Nutzung Disco
Strukturmodell
Perspektivischer Querschnitt
Visualisierung Aufstockung
Visualisierung Erdgeschoss
Visualisierung Südfassade