Silvia Kaiser – freie Thesis
RHEINPARK+
Weil am Rhein liegt direkt an der Grenze zur Schweiz und zu Frankreich und bildet die deutsche Seite des Dreiländerecks. In Weil am Rhein grenzt der Stadtteil Friedlingen unmittelbar an die beiden Nachbarländer. Friedlingen wurde in der Geschichte stark durch die Industrie und später durch Gewerbe geprägt. Dies kann man bis heute in der städtebaulichen Struktur erkennen. Durch die Nähe zu Basel ist der Stadtteil sehr attraktiv für Berufspendler:innen und den Einkaufstourismus. Friedlingen ist ein sehr junger Stadtteil, zudem ist er geprägt durch eine hohe Ausländerquote und eine große Vielfalt an Kulturen. Es fehlen soziale Treffpunkte und nicht-kommerzielle Räume, um eine bessere Vernetzung der verschiedenen Bevölkerungsgruppen zu fördern. Direkt am Rhein liegt der Rheinpark, dieser ist der größte Park in Friedlingen und der älteste in Weil am Rhein. Er wurde 2018 erweitert. Im Zuge dessen wurde das Rheinufer zugänglicher gemacht, um mehr Aufenthaltsmöglichkeiten zu schaffen. Im dicht bebauten Stadtraum von Friedlingen stellt er den einzigen zugänglichen Raum an den Rhein dar.
Ziel ist es einen landschaftlichen und architektonischen Entwurf zu entwickeln, um den Rheinpark zu einem sozialen Raum für Friedlingen und das Dreiländerecks zu etablieren. Der Entwurf soll auf die bestehende Elemente Rücksicht nehmen und mit neuen Elementen und Strukturen ergänzen. Der Park soll besser in den Kontext der Stadt eingegliedert werden und das räumliche Angebot ergänzen. Hierbei sollen junge Menschen, der Zugang zum Rhein und der Miteinbezug aller im Fokus stehen.
Durch die Analyse der Region Basel wird klar, wie wichtig der Zugang zum Rhein für die Menschen in der Region ist. Dieser Zugang soll auch im Rheinpark und fortlaufend nach Norden gesichert werden. Die vorhandenen Sitzstufen am Rhein werden erhalten. Der vorgelagerte Uferweg soll nach Norden als schmaler Uferweg weitergeführt werden. Entlang des Weges am Ufer entstehen verschiedene Aktionspunkte. Von der Dreiländerbrücke kommend gelangt man zu der Rheinplattform des Restaurants am Rhein. Daran angrenzend befinden sich die Sitzstufen, die zum Verweilen einladen. Entlang des Uferweges gelangt man zu dem Fähranleger, welcher in Zukunft durch eine Fährverbindung mit Basel und Huningue aktiviert werden soll. Weiter nördlich entsteht nach den Vorbildern der Rheinbäder Breite und St. Johann in Basel ein Flussbad und somit eine Badestelle für Friedlingen. Von diesem Punkt wird der Uferweg ebenso wie die Rheinpromenade bis zur Rheininsel am Stauwehr weitergeführt. So bleibt der Zugang zum Rhein langfristig gesichert und gleichzeitig wird das Ufer als Natur- und Erlebnisraum gestärkt.
Um die klare Struktur des Parks zu stärken, werden an den Kreuzungen des Schusterinselwegs mit den Ost-West Verbindungen infrastrukturelle Punkte angeordnet. Diese beinhalten infrastrukturell wichtige Funktionen wie Sanitäranlagen oder Schliessfächer und werden als einfache offene Strukturen ausgebildet. Sie sind für die Parkbesucher öffentlich zugänglich. Zwei der Infrastrukturpunkte bilden Hochpunkte aus, welche eine Aussicht über den Park und das französische Rheinufer ermöglichen. Diese Hochpunkte sind jeweils an den Achsen platziert, an welchen am Ende der Achse keine baulichen Strukturen vorhanden sind. Die Aussichtspunkte werden als einfache offene Strukturen ausgebildet, welche durch eine Treppe nach oben führen.
Die Stadtpromenade des Outlet-Center, an der Kreuzung Hauptstrasse-Colmarer Strasse, wird bis zum Rhein fortgeführt und bildet eine Pufferzone, welche genug Platz für Fussgänger und Velofahrer bietet, um die Dreiländerbrücke zu überqueren. Der Übergang vom Rheincenter in den Park wird durch ein grosszügisches Baumraster entwickelt. Unter den Bäumen wird die Möglichkeit geschaffen, einen Marktplatz auszubilden. Der Marktplatz ermöglicht Friedlingen einen eigenen Markt zu etablieren. Dieser Marktplatz soll als städtebaulicher Übergang von Gewerbe in den Park dienen.