Atelier

Grundlagen zum Thema Wohnungsbau

Im Modul Typologie & Raum werden Grundlagen zum Wohnungsbau vermittelt. Der inhaltliche Fokus liegt in diesem Modul bei der Erarbeitung verschiedener Grundrisstypologien, bezogen auf den Wohnungsbau. Dabei wird darauf geachtet, dass das Zusammenspiel von Konstruktion und Typologie einen wesentlichen Bestandteil davon bildet. Das Semester ist in drei Phasen gegliedert, welche schrittweise aufeinander aufbauen und von verschiedenen Aufgaben begleitet werden. Die Übungen sind darauf ausgelegt, dass Methoden-, Fach- wie auch Selbstkompetenz synchron miteinander trainiert werden. Der Entwurfsprozess wird mit Inputreferaten begleitet. Empfohlene Lektüren zum jeweiligen Thema sind selbstständig zu studieren und zu reflektieren. Die Studierenden sind aufgefordert selbständig Lösungsvorschläge zu erarbeiten, welche an Tischbesprechungen, Zwischenkritiken und einer Schlusskritik besprochen bzw. bewertet werden. Die Arbeit in Einzel- und Gruppenarbeiten lassen realitätsnahe Arbeits-Szenarien zu und fördern den kontinuierlichen Diskurs im Atelier.

Einfach wohnen
Einfach wohnen – einfach bauen – einfach kühlen – einfach heizen – einfach einfach!

Im Herbstsemester des 2. Jahreskurses untersuchen wir, wie einfach es sein könnte oder sollte zu wohnen. Welche Elemente des Wohnens können wir neu denken und vereinfachen, ohne die vielfältigen Bedürfnisse unserer Gesellschaft zu ignorieren. Einfach heisst nicht alles weglassen, einfach heisst präzise reduzieren ohne dabei Nutzbarkeit, Behaglichkeit und Schönheit aus den Augen zu lassen. Die Einfachheit suchen wir einerseits in der Wohnform und andererseits in der Konstruktionsweise. Und ob es denn so einfach ist etwas einfach zu machen werden wir zusammen herausfinden.

Einfach bauen
Die Komplexität der Konstruktionen und Gebäudetechnik steigt seit Jahrzehnten stetig und überfordert Nutzende und Planende. Inspiriert von Florian Nagler und der Forschungsarbeit des Verbunds «einfach bauen» der TUM, hinterfragen wir diese Entwicklung und entwerfen mit einfachen konstruktiven Details. Dabei werden Konventionen in der Konstruktion und Haustechnik aktiv hinterfragt. Dies immer im Sinne der Einfachheit: Welche Schichten können bei einem Bauteil weggelassen werden? Wie kühlt man ein Haus ohne Klimaanlage? Wie heizt man ein Haus ohne Heizung? Wieviel Fensterfläche braucht es wirklich für ein behagliches Wohnen? Es werden einfache Berechnungsgrundlagen zur Verfügung gestellt, um neue Thesen zu überprüfen. Konstruktionsschnitte begleiten uns während dem ganzen Semester und müssen präzise erarbeitet werden.

Temperatur und Typologie
Anstatt Räume unabhängig von Jahreszeit und Witterung zu denken, untersuchen wir, wie sich Architektur an wechselnde klimatische Bedingungen anpassen kann. Sommer- und Winterbetrieb werden dabei zu räumlichen Strategien, welche unterschiedliche Nutzungen, Atmosphären und Rituale hervorbringen. Durch verschiedene Narrative, welche die Beziehung zwischen Klima, Raum und Alltag neu interpretieren, entstehen Wohnformen, die auf natürliche Lüftung, fliessende Raumabfolgen und abgestufte Temperaturzonen setzen.

Wie viel Fläche?
In der aktuellen Klimadiskussion spielen Wohnen und Leben eine massgebliche Rolle, denn als Konsument:innen der Welt-Ressourcen haben wir Menschen einen direkten Einfluss auf unsere Umwelt. Die Bodenfläche als Ressource wird vom Wohnungsbau stark konsumiert und in dieser Hinsicht steckt in der Reduktion des Flächenkonsums das fundamentalste Potenzial. Um auf allen Ebenen einen zukunftsfähigen Beltrag leisten zu können, ist das Schonen der Ressourcen eine Pflicht. Aus diesem Antrieb heraus suchen wir nach Antworten, wie der Flächenkonsum pro Bewohnerin substanziell verringert werden kann, ohne dass die Wohn- und Lebensqualität sinkt.

Synergien herstellen
Die Auseinandersetzung mit Nachbarschaften ist in der Debatte um die Verdichtung unumgänglich und provoziert, dass wir uns damit beschäftigen, wie wir voneinander profitieren und einander unterstützen können. Dies ist nicht nur in sozialer Hinsicht ein Mehrwert für unsere Gesellschaft: Teilen und Kombinieren sind auch wichtige Bestandteile einer ressourcenschonenden Lebenswelse. Welche Flächen können mit anderen geteilt werden, ohne dass das Teilen mit einem Gefühl des Verzichts einher geht?

Typologie und Konstruktion
Das Semester startet mit einem laborartigen Prozess rund um Bautiefe, Typologie und Konstruktion und deren gegenseitige Beeinflussung in der Entwurfsphase. Einerseits arbeiten wir in einer Rochadeübung am Grundriss und dessen typologischer Fragestellungen. Andererseits bilden wir mittels Gruppenarbeiten ein breit gefächertes Repertoire zum einfachen und klimaorientierten Bauen. Die beiden Übungen laufen parallel zueinander und bereichern sich gegenseitig.

Typologie in der Baulücke
Die Bauplätze befinden sich in verschiedenen Baulücken im städtischem Kontext. Jedes Projekt schliesst an bestehende Bauten an und ist unmittelbar mit der Nachbarschaft konfrontiert. Der Kontext und der konkrete Bauplatz haben unbestritten einen wesentlichen Einfluss auf die Typologle eines Wohngebäudes. Dennoch – oder genau darum – werden wir uns erst in der letzten Etappe des Semesters mit dem Kontext befassen. Die Typologie soll bewusst vom Inneren gedacht werden und auf das jeweilige konstruktive Narrativ eingehen.