HS25 – Liebe auf den zweiten Blick // Scheibler & Villard
Liebe auf den zweiten Blick
Die Transformation bestehender Gebäude greift weit zurück. Einst war Umbauen die Regel. Gebäude wurden umgenutzt, angebaut und aufgestockt. Der sparsame Umgang mit den vorhandenen Ressourcen war immer schon Grundlage der Baukultur.
Jedes Gebäude erzählt seine eigene Geschichte. Und auf diesen Geschichten bauen wir auf. Bestehende Strukturen bilden die Ausgangslage unserer Projektentwürfe.
Die ursprünglich gewerblich genutzten Bauten in Allschwil (BL), profitieren von ihrer Nähe zur Stadt und bilden eine perfekte Ausganslage für ein durchmischtes Quartier. Eine geplante Tramlinienverlängerung soll künftig die Nähe zur Stadt auch auf der Ebene des öffentlichen Verkehrs unterstützen und somit Stadt und Land näher zusammenbringen.
Das heute von verschiedensten gewerblichen Nutzungen geprägte Quartier, soll basierend auf den Visionen des 2021 formulierten Masterplans von Pool-Architekten, das Gewerbe nicht verdrängen, sondern dieses mit Wohnen ergänzen.
Aus den vorgeschlagenen Objekten ist je Student:in jeweils ein Gebäude zu wählen, welches dann in Gruppen analysiert und als Einzelarbeit weiterbearbeitet wird.
Schritt 1
In einem ersten Schritt werden wir die ausgewählten bestehenden Gebäude in den jeweiligen Gruppen analysieren. Die Parameter wie Gebäudetiefe, Tragstruktur, Himmelsrichtung etc. sind aus dem Bestand herauszulesen und sorgfältig darzustellen.
Neben den baulichen Vorgaben, sind auch die bestehenden programmatischen Gegebenheiten genau zu untersuchen und in einem Schema aufzuzeigen.
In einem Booklet werden alle Informationen gesammelt und übersichtlich dokumentiert. Davon werden dann die wichtigsten Informationen herausgezogen und grafisch so aufgearbeitet, dass ein ansprechend informatives Plakat entsteht.
Mittels einer Beamer-Präsentation werden die Bauten in der jeweiligen Gruppe, an der ersten Zwischenkritik vorgestellt. Es ist darauf zu achten, dass das Wesen des Hauses den Zuhörer:innen vermittelt und die Essenz der Analyse verständlich präsentiert wird.
Schritt 2
Nach eingehender Analyse, ist ein Regelgeschoss zu entwerfen und eine programmatische Idee des Gebäudes vorzuschlagen. Aus der Zusammensetzung des vorgeschlagenen Raumprogramms, wird anschliessend ein projektspezifisches Narrativ erfunden, das der Identifikation des Gebäudes dient und während des gesamten Semesters als Projekttitel verwendet wird.
Welche gewerblichen Nutzungen sind für die Gebäude und das Quartier identitätsstiftend und welche Wohnformen können diese gut ergänzen? Zu diesen beiden Fragen werden in der bevorstehenden Projektphase Antworten gesucht. Aus der didaktischen Absicht, das Gebäude von innen heraus zu entwerfen, versuchen wir nicht von Anfang an alle Antworten zu finden. Wir fokussieren uns in diesem Schritt auf die typologische Auseinandersetzung der bestehenden Struktur und mögliche räumlichen Umsetzungen.
Ausgehend vom Regelgeschoss ist eine gezielte Umbaustrategie zu verfolgen. Dabei wählen wir aus den teilweise bereits in der Vorübung angewendeten Strategie eine aus:
. Aufstockung
. Anbau/Teilanbau
. Auskerbung
Die Gewerbenutzung soll basierend auf den Analysen der vorherigen Projektphase weiterentwickelt werden. Die Wohnform ist frei wählbar, soll aber eine dem Gebäude entsprechende Ergänzung bieten. Wohnungsprogramm und Wohnungsmix sind frei wählbar. Vorgegeben wird lediglich die Energiebezugsfläche von 35m2 pro Person, welche eine gewisse Dichte anstrebt, um einen möglichst ökologischen Fussabdruck zu erreichen. Weiter sollen für den privaten und gemeinschaftlichen Gebrauch auch ein oder mehrere Aussenräume wie Balkone, Loggien oder Terrassen vorgesehen werden.
Schritt 3
In einem weiteren Schritt werden wir nun die vorgeschlagene Programmierung des Gebäudes auf alle Stockwerke anwenden. Allfällige Aufstockungen werden tiefer bearbeitet und das Erdgeschoss wird im Zusammenhang mit dem benachbarten Kontext ausgearbeitet.
Die angedachten konstruktiven Absichten, werden nun im Detail ausgearbeitet und zusammen mit dem neuen architektonischen Ausdruck in den stadträumlichen Kontext eingebettet und im grösseren Zusammenhang dargestellt.