London
«Londons Beitrag zur Architektur ist das Schlichte. Verglichen mit anderen Ländern hatte die prachtvolle englische Architektur in fast jeder Periode gewöhnlichen und konventionellen Charakter, während der englische Wohnbau immer seine eigenen Züge trug. Wenn andere Länder zunehmend zur Malerei, Bildhauerei, Musik oder brillanter Architektur beitrugen, kultivierten die Engländer alles im Zusammenhang mit dem Alltagsleben. Sie haben eine Kunst daraus gemacht, auf die richtige Art und Weise zu leben.» London The Unique City – Steel Eiler Rasmussen, 1934 Unsere Reise führt uns nach London, wo wir 150 Jahre Wohnungsbau besichtigen. Diese bemerkenswerte Stadt entwickelte sich weder nach einer konkreten Stadtplanung noch wurde ihre Struktur von einer Machtfigur geprägt. Stattdessen ist London eine Stadt, die aus der Reibung zwischen ungebremster Entwicklung und Tradition entstanden ist. Wir werden im Rahmen von Ortsbesichtigungen stadtprägende Typologien wie das English Terraced House und den Mansion Block untersuchen sowie herausragende Bauten der Nachkriegsmoderne analysieren. In einem Workshop, organisiert von Drawing Matter (einem der grössten Zeichnungsarchive), befassen wir uns mit den Skizzen und Zeichnungen bedeutender Architekten. Dabei werden wir von interessanten Persönlichkeiten begleitet.
Natürlich wird auf unserer Reise auch der Backstein eine Rolle spielen: Wir verfolgen den Einsatz dieses Materials, das sich durch alle Typologien zieht und mit Farbe, Textur und Fugenmuster das Stadtbild Londons nachhaltig prägt. Last but not least werden wir mehrere zeitgenössische Beispiele betrachten. Wir sprechen mit deren Architekten, die Ende des 20. Jahrhunderts aus dem Schatten der Hightech-Architekten traten.