FS24 – Vom Hof zum Tisch // Scheibler & Villard
Ort & Typologie
Nachdem wir uns im Herbstsemester mit dem Wohnen in der Stadt und Fragen des Zusammenlebens – also der Perspektive der Konsument: innen – beschäftigt haben, begeben wir uns im Frühjahrssemester an den Siedlungsrand, wo wir in einem landwirtschaftlichen Kontext die lokale Lebensmittelproduktion kennenlernen. An drei Standorten analysieren wir die jeweiligen Orte im Hinblick auf den topografischen und architektonischen Kontext und untersuchen die betrieblichen Abläufe der unterschiedlich ausgerichteten Landwirtschaftsbetriebe. In einer einleitenden, rotierenden Vorübung beschäftigen wir uns mit verschiedenen Topografien, volumetrischen Grundtypologien (Punkt, Zeile, Hof) und daraus hervorgehenden Wohnatmosphären. Mit den gewonnenen Erkenntnissen und ausgehend vom Kontext erarbeiten wir anschliessend architektonische Konzepte für spezifische Wohnangebote.
Zwischen Siedlung und Land(wirt)schaft
In der Projektarbeit untersuchen wir den Raum zwischen Siedlung und Land(wirt)- schaft. Die Gemeinde Aesch im Birstal bietet uns dafür eine interessante Ausgangslage. Die Birstal-Gemeinden Münchenstein, Arlesheim, Bild: Ernährungssysteme 2021 www.eda.admin.ch Reinach, Dornach und Aesch bilden ein zusammengewachsenes Siedlungsgebiet südlich der Stadt Basel. Als letzte Gemeinde im Birstal liegt Aesch an der Schnittstelle zur Land(wirt)schaft und bietet mit einer relativ grossen Dichte an Bauernhöfen mit unterschiedlichster betrieblicher Ausrichtung
Drei Höfe – Drei Themen
Drei verschiedene Höfe werden den Studierenden zusammen mit einer übergeordneten Nutzung zugelost. Die Höfe liegen nicht weit voneinander entfernt, haben jedoch ganz verschiedene Ausgangslagen. Ihre landschaftliche Einbettung, der bauliche Bestand wie auch ihre betriebliche Ausrichtung unterscheiden sich deutlich voneinander. Es wird bei allen Standorten und Nutzungsangeboten darauf geachtet, dass das Zusammenspiel von Kontext, Konstruktion, Typologie und Nutzung miteinander einher geht. Ein klar vorgegebenes Raumangebot, zusammen mit einer zu ergänzenden Nutzung, bildet das Raumprogramm der einzelnen Projekte.
Wohnen in einer Gemeinschaft
Die drei Höfe werden mit drei unterschiedlichen Wohn-Nutzungen ergänzt. Sie alle folgen jedoch dem Thema des Wohnens in Wohngruppen. Ob Wohnheim, Wohngemeinschaft oder Herberge – alle Aufgaben setzen sich mit den ähnlichen typologischen Fragen auseinander, allerdings in sehr unterschiedlichem Kontext.
Schlatthof
Der Schlatthof liegt leicht erhöht auf einer Geländekuppe und profitiert dank seiner topografischen Lage von einer ausgeprägten Weitsicht. Neben dem Ackerbau, der Mutterkuhhaltung und einer Bullen-/Schweinezucht finden Menschen mit Beeinträchtigung ein Wohnangebot in einem Gebäude der Anlage.
Rehaghof
Der Rehaghof liegt direkt an der Siedlungsgrenze. Die Produktion von Gemüse in biologischem Anbau, sowie die Mutterkuhhaltung sind Standbeine dieses Hofs. Der Kreislaufgedanke spielt eine grosse Rolle. So werden die Gemüsereste an drei Schweine verfüttert, deren Gülle später wieder als Dünger verwendet wird.
Klushof
Topografisch liegt der Hof in einer Senke und ist umgeben von der grössten zusammenhängenden Rebfläche im Kanton Baselland. Die stark bewegte Topografie, Wald und Felder zeichnen den Ort zusätzlich aus. Pensionsställe für Pferde, ein Angebot für Gastronomie & Veranstaltungen, ein Hofladen sowie der Weinbau sind Standbeine des Hofs.