Katharina Handy
Halle³
Gewerbe- und Bauschule am Morgartenplatz
Das Projekt am Morgartenplatz unterliegt einer etappierten Entwicklung des Areals und reagiert damit auf die bestehenden Rahmenbedingungen und zukünftigen Anforderungen. Während die bestehende Halle aufgrund der Grundstückspachtung und zunehmend höherer betrieblichen Ansprüche langfristig an ihre Grenzen stöß, wird das Tramdepot für die kommenden rund 25 Jahre weiterhin als Parkierungshalle genutzt. Funktionen wie Reparatur- und Waschanlagen in den Seitenstränge werden anderorts ausgelagert. Im Zuge dieser Neuordnung werden die Gleisanlagen angepasst, sodass der Straßenraum und die heute stark asphaltierten Flächen vor der Halle und entlang der Straße nicht länger zerschnitten werden. Der Rückbau der Gleise ermöglicht es, den Boden aufzubrechen und großflächig zu begrünen. Gleichzeitig entsteht im vorderen Bereich eine neue Platzsituation mit einer neu gefassten städtebaulichen Ordnung. Das bestehende, wenig erhaltenswerte Kioskgebäude wird abgebrochen, um an der Straße Raum zu gewinnen und den Platz zu öffnen. An seiner Stelle kann ein neues Café- und Kioskgebäude entstehen, das sowohl den Platz als auch eine neue S-Bahn-Haltestelle bedient. Ergänzend wird eine Tramhaltestelle vorgesehen, die Schutz bietet, das Areal jedoch nicht abschottet, sondern durchlässig bleibt und den Straßenraum nicht blockiert. Zentraler Gedanke des Projekts ist die stärkere Vernetzung des Areals durch die neue Bahnhaltestelle. Diese schafft eine direkte Verbindung zwischen der Gewerbeschule, dem Kreislaufhaus, der FHNW, der Bauteilbörse und den umliegenden Industriearealen. In diesem Kontext soll die Gewerbeschule erweitert werden. Der Neubau orientiert sich in seiner Längsausrichtung am bestehenden Städtebau und hält die Sichtachsen auf die Halle und den neu gestalteten Vorplatz frei. Innerhalb der bestehenden Tramhalle findet die Gewerbeschule ihre Fortsetzung: In die Doppelhöhe der Halle wird eine zweite Ebene aus einer Holzkonstruktion eingestellt. Diese reagiert auf die vorhandenen Gleise, die weiterhin in Betrieb bleiben müssen, sowie auf das prägnante bestehende Tragwerk. Die seitlichen Hallenbereiche führen auf diese Ebene und werden als Werkstatt- und Nebenräume genutzt. Der Neubau tritt nach außen als dritte Halle in Erscheinung. Eine Stahlkonstruktion mit nach außen verlagerter Erschließung ermöglicht Spannweiten von neun Metern. Durch die Auslagerung der Erschließung und der typischen Gebäudekerne bleibt der Innenraum flexibel und kann an unterschiedliche Nutzungen und zukünftige Anforderungen angepasst werden.