Neues Leben am Tramdepot

Neues Leben am Tramdepot

Städtisches Wohnen am Morgartenplatz

Stadtraum Morgartenring – Vom Randgebiet zum urbanen Quartier

Das Gebiet rund um die Kreuzung Morgartenring und Allschwilerstrasse markiert den westlichen Stadtrand von Basel und liegt an der Schnittstelle von Kanton Basel-Stadt und Basel-Land. Es weist typische Merkmale eines Randgebiets auf: breite Strassen, moderate Bebauungsdichte, teilweise abgeschlossene Wohnsiedlungen – wie die Siedlung Im langen Loh von Hans Bernoulli – sowie Nutzungen wie Tramdepot, Verkehrsgarten und Freizeitgärten. Die Wohnnutzung dominiert deutlich, während Arbeitsplätze kaum vorhanden sind. Wichtige Einrichtungen wie das Merian-Iselin-Spital, Schulhäuser und ein Altersheim verleihen dem Raum punktuelle Bedeutung, doch abseits der Quartierzentren am Linden- und Allschwilerplatz sind Zentrumsnutzungen selten.

Auffallend sind die vielen schwierigen Situationen, die den Stadtraum prägen: Wohnräume befinden sich teilweise im Erdgeschoss entlang stark befahrener Hauptstrassen, was zu hoher Lärmbelastung und fehlender Privatsphäre führt. Zudem sind die Verbindungen im Bereich der Gemeindegrenze unklar und unzureichend, insbesondere im Umfeld der Sportanlagen und Freizeitgärten.

Geplante Entwicklungen schaffen neue Perspektiven für das Quartier:
Mit dem Bau einer neuen Haltestelle im Jahr 2030 wird die Gemeinde Allschwil erstmals direkt an das Eisenbahn-Schienennetz angebunden. Diese Haltestelle erschliesst bedeutende Teile von Basel-West, wird zur nächstgelegenen S-Bahn-Station des Entwicklungsgebiets Bachgraben und liegt zudem auf der künftigen Linie zur Anbindung des Euro-Airports. Dadurch entstehen für das Quartier verbesserte Mobilitätsoptionen, eine stärkere Vernetzung mit der Region sowie Impulse für die bauliche Verdichtung und die Ansiedlung neuer Nutzungen. Das vormals periphere Randgebiet entwickelt sich so schrittweise zu einem urbanen, gut angebundenen Stadtquartier mit hoher Lebensqualität.

Für die Stadt Basel und die Gemeinde Allschwil ergeben sich daraus folgende übergeordneten Fragen:

Welche Konsequenzen hat das neue Verkehrsangebot für die Siedlungsstruktur?

Welche Flächen geraten unter Entwicklungsdruck?

Wo und in welcher Form muss die öffentliche Hand aktiv werden, um das neu geschaffene Potenzial auszuschöpfen?

Welche längerfristige städtebauliche Zukunft ist für das Untersuchungsgebiet

zu erwarten?

Wie kann die Grün- und Freiflächenversorgung des Quartiers verbessert werden?

Ein neuer städtebaulicher Impuls
Wir nehmen diese geplante Entwicklung zum Anlass, um über mögliche bauliche Verdichtungen nachzudenken. Direkt an der Kreuzung Morgartenring und Allschwilerstrasse befindet sich heute ein grosses Tramdepot der BVB. Derzeit dient das Areal ausschliesslich als Rangier- und Abstellfläche für Trams – eine Nutzung, die im Hinblick auf die zentrale Lage und die künftige Erreichbarkeit des Quartiers wenig städtebaulichen Mehrwert bietet.

Ziel ist es daher, ein Konzept zu entwickeln, wie dieser Raum in einen öffentlichen Platz mit hoher Aufenthaltsqualität umgewandelt werden kann. Das historische Tramdepot von 1903 (unter Denkmalschutz) soll als identitätsstiftendes Element in die Planung integriert werden, während für den später errichteten hinteren Bereich Transformationsmöglichkeiten bestehen. Dabei gilt es einerseits zu untersuchen, welche neuen Quartiersnutzungen – wie etwa Gastronomie, Kultur, Dienstleistungen oder soziale Einrichtungen – zur Belebung des Ortes beitragen können und wie an der Kreuzung ein neuer Platz mit Aufenthaltsqualität entstehen kann. Andererseits soll an dieser gut erschlossenen Lage in Form einer Überbauung des Depots neuer Wohnraum geschaffen werden. Dabei soll überlegt werden, welche innovativen Wohnformen und allfällige Mischformen mit gewerblichen Flächen oder weiteren Programmen für den Ort bereichernd sein könnten. Gesucht ist ein Konzept, das die Potenziale des Areals nutzt und langfristig zur Aufwertung des gesamten Quartiers beitragen kann.