Nautilus
Entwurf: Fabian Fiechter + Felix Eigenmann
Programm: Fischzucht
Projektbeschrieb: “Das ehemalige Werkareal Rosental gilt als älteste erhaltene Stätte der chemischen Produktion in Basel für künstliche Farbstoffe. Das heute von der Stadt abgeschlossene Forschungsareal soll zukünftig in einen multifunktionalen Stadtteil transformiert werden. Neben neuen Hochpunkten auf dem Areal verfolgt das städtische Leitbild auch den Erhalt von Bestand. Das Packmagazin 1055 soll nicht nur eine Food-Factory, sondern auch öffentliche Nutzungen zur Erholung und Freizeit des entstehenden Quartiers sowie einen City-Condenser enthalten. Unsere Produktion muss ohne grosse Eingriffe in die saubere und überaus tragfähige Stahlbetonstruktur funktionieren. Eine Fischzucht schien uns interessant. Sie brauchen kein Licht oder hohe Temperaturen, funktionieren gut auch auf mehreren Geschossen übereinander und könnten einen erheblichen Beitrag zur Reduktion der Basler CO2-Emissionen im Bereich Ernährung leisten. Natürlich wäre es im Idealfall so, dass die Schweizer Bevölkerung zu 100% auf tierische Proteine verzichten würde, dies ist aber völlig unrealistisch. Deshalb gilt es, die Bereiche zu verbessern, bei denen am meisten Verbesserungspotential vorhanden ist. Der Konsum von Meeresproteinen steigt seit Jahrzehnten an, die Schweiz kann aber nur einen verschwindend kleinen Teil aus den eigenen Zuchten und Seen abdecken. Der Rest (über 98%) wird importiert, meist aus dem Nordatlantik oder Südostasien. Die Tiere werden unter prekären Bedingungen gezüchtet, mit Antibiotika gefüttert und die Meere sind bekanntlich schon lange überfischt. Wenn wir also einen kleinen Teil dieser Industrie verbessern können und in die Stadt holen, kann dies durchaus auch aus ethischer Sicht Sinn machen. Wir haben uns im Verlauf des Projekts für eine Zucht von Shrimps, Hummern, Felchen, Egli, Kelp-Gewächsen, und Austern entschieden. Zudem wird eine grosse Lachszucht mit einer Indoor-Lachstreppe erstellt, welche durch dieses Training deutlich bessere Fischqualität erreichen dürfte. Die Tanks im Innern für die Fische benötigen keine statischen Verstärkungen. Die umgebenden Wände der Produktionen sind gewellt und gehen damit auf die runden Tanks der Fische ein und gewähren einen gleichmässigen Gang. Die Kelp stehen in Tanks in der Fassade, weil die Pflanzen Sonnenlicht brauchen. Diese Glaszylinder mit einem Durchmesser von bis zu 5m und einer Höhe von bis zu 18m lassen die wissenschaftliche Untersuchung und Produktion dieser Pflanzen zu, die sonst Unterwasser-Wälder bilden mit Höhen von bis zu 20m. An diese Tankreihen sind auf mehreren Geschossen öffentliche und Halböffentliche Nutzungen angehängt, so kann z.B. im Yoga-Studio die Aussicht auf Basel und die Unterwasserwelt genossen werden. Neben dem Fine-Dining entsteht auch ein Hotelturm, angelehnt und entstehend aus den bestehenden Treppenkernen. Wir tätigen im Bereich des Abbruchs einen sehr geringen Eingriff, haben uns aber entschieden, die Geschossdecken auf die Stützen zurückzuschneiden, damit werden die Strassenfluchten etwas weniger eng, in einem Quartier, welches sich stark verdichtet.”