Parasportzentrum

Entwurf: Katrin Heckedorn + Joyce Schwyn

Projektbeschrieb: “Das Semesterprojekt mit dem Thema „In-Between“ befasst sich mit dem Gewerbegebiet Mühlematt in Basel-Land, das zwischen Therwil und Oberwil liegt. Der Bauplatz am südlichen Ende des Quartiers markiert den Auftakt und befindet sich an der Kreuzung zweier Hauptachsen, nahe der Tramstation Hüslimatt. Das geplante Gebäude dient in erster Linie als ergänzendes Busdepot für die BLT, das den Hauptstandort Hüslimatt entlastet. Darüber hinaus wird das Gebäude als Parasportzentrum genutzt – ein in der Schweiz und den angrenzenden Ländern seltenes Angebot. Neben der Rehabilitation und temporären Physiotherapie direkt nach Unfällen steht ein dauerhaft spezialisiertes Trainingsangebot für Paraplegiker:innen im Fokus. Das Parasportzentrum bietet ein breites Sportprogramm, das Beweglichkeit, Kraft und Ausdauer fördert. Die Hallen sind auf paralympische Trainingsbedürfnisse ausgerichtet. Das Raumkonzept umfasst drei barrierefrei erschlossene Stockwerke mit zwei Liften und einer zentralen Erschließung über den Innenhof. Neben den Sportangeboten laden ein Café und ein Paraforum zur Begegnung und zum Austausch ein.

Architektonischer Ausdruck
Das Gebäude überzeugt durch eine klare und einfache Struktur. Eine doppelschichtige Fassade aus witterungsbeständigem Streckmetall verleiht ihm Tiefe, rhythmisiert durch geschlossene Erschließungsbereiche. Zwei Fassadenseiten sind begrünt, was dem Bauwerk eine lebendige Ästhetik verleiht. Der Innenhof wird durch eine farbige Erschließungsrampe und sanfte Begrünung geprägt, die den offenen Charakter betonen.

Nutzungskonzept
Die Nutzungsverteilung orientiert sich am Rehabilitationsprozess, jedoch stehen die Angebote allen Zielgruppen offen. Multifunktionale Gymnastikräume ermöglichen flexible Nutzungen auf den verschiedenen Ebenen. Die zentral angeordneten Nasszellenkerne ergänzen die beiden vertikalen Erschließungskerne. Dadurch haben alle Bereiche direkten Zugang zu Garderoben und Sanitäranlagen.

Konstruktion und Tragwerk
Die Gebäudestruktur basiert auf einer Stahlkonstruktion, die sowohl die räumliche Identität prägt als auch einen hohen Grad an Vorfertigung ermöglicht. Primär- und Sekundärelemente sowie unterschiedliche Materialien sind klar voneinander getrennt, was eine wirtschaftliche und flexible Bauweise sicherstellt. Das Untergeschoss und das Erdgeschoss, die die Buszirkulation aufnehmen, bestehen aus einem Betonskelettbau mit vorgefertigten Stützen und Decken sowie aussteifenden Kernen. Breite Nutzungsmöglichkeiten sind durch überhohe Geschosse gegeben, die bei Bedarf in zwei Normalgeschosse unterteilt werden können.

Haustechnik und Nachhaltigkeit
Das Gebäude setzt auf nachhaltige und effiziente Gebäudetechnik:

• Extensive Begrünung von Fassade und Dächern mit heimischen Pflanzen wie Gräsern, Kräutern und Wildblumen, die als Sonnenschutz dienen, Lärm reduzieren und die Fassade kühlen.
• Automatische Bewässerungssysteme nutzen aufgefangenes Regenwasser und minimieren Wartungsaufwand.
• Eine Grundwasser-Wärmepumpe regelt die Heizung und Kühlung, während Bodenkonvektoren und Deckenheizungen für eine effiziente Verteilung sorgen.
• Mechanisch steuerbare Fassadenelemente ermöglichen natürliche Nachtauskühlung und optimieren den sommerlichen Wärmeschutz.
• Eine Photovoltaikanlage auf den Dächern und geschlossenen Fassadenelementen liefert Strom und verbessert die Energiebilanz.

Regenwasser wird aufgefangen und als Grauwasser für WC-Anlagen und Bewässerung wiederverwendet. Überschüssiges Wasser wird in einer Versickerungsanlage dem natürlichen Wasserkreislauf zurückgeführt. Die Elektroinstallation ist flexibel gestaltet, mit zentralen Kernzonen und horizontalen Elektrotrassen im Untergeschoss, die die Nachrüstung von Ladestationen für E-Mobilität ermöglichen. In den Regelgeschossen erfolgt die Installation über Hohlböden oder zusätzliche Trassen. Durch die konsequente Trennung von Primär- und Sekundärelementen gewährleistet das Gebäude eine langfristige Flexibilität und ermöglicht einfache Umnutzungen.”

Modellbild
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Perspektive Aussen
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Grundriss
Grundriss
Schnitt
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Gebäudetechnik
Schnitt Signaletik