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Entwurf: Ashley Helfer + Anna Hertig
Projektbeschrieb: “Zwischen Oberwil und Therwil erstreckt sich ein Gewerbe- und Industriegebiet, in dem wir uns befinden. In diesem Gebiet entsteht direkt neben dem bestehenden Tramdepot ein sportives Busdepot. Durch eine neue Führung der Buslinie hinter das Tramdepot und einer neuen Haltestelle wird, die bisher nur von Fahrzeugen genutzte Fläche aktiviert und das sportive Depot erschlossen. Das Gebäude soll bereits von der Hauptstrasse aus sichtbar sein und einen neuen Blickfang im bestehenden Gewerbe- und Einkaufsquartier bilden.
Die Strategie besteht darin, das umfassende Ballsportangebot, um ein bisher fehlendes Wassersportangebot zu erweitern. Der Schwerpunkt liegt auf dem Wettkampfsport, weshalb ein olympisches Schwimmbecken mit den Maßen 25 x 50 Metern entsteht. Mit der Nutzung der Schwimmhalle wird die heutige Durchgangszone zwischen den Basler Vororten Oberwil und Therwil belebt. Dank der Lage zwischen den Tramgeleisen und dem Naturraum des Marbachs entsteht ein gut erreichbarer Erholungs- und Freizeitraum für die umliegenden Quartiere. Die markanten Achsen des Ortes nämlich, die der Tramlinie, die Buslinie und des Marbachs, werden im Konzept aufgenommen, indem die Verläufe in der Gebäudestruktur widerspiegelt werden. Dadurch wird der Bewegungsfluss des Umfelds direkt in das Projekt integriert, wodurch Bewegung und Schwimmen entlang dieser Achsen ermöglicht werden. Ein weiterer Ansatz sind die Sichtbezügen: Einerseits zum Industriegebiet und andererseits zum Naherholungsraum. Diese Perspektiven werden durch die Lage der Schwimmhalle in den oberen Geschossen ermöglicht.
Nutzung
Das Gebäude vereint die beiden Nutzungen eines Busdepots und einer Schwimmhalle. Zu diesem Zweck wird das bestehende Busdepot und Parkhaus abgerissen und durch einen neuen Betonbau ersetzt. Dieser sieht eine Erweiterung des Platzangebots für Busse sowie eine Halle mit dem ersten olympischen Schwimmbecken in Basel vor. Das Gebäude umfasst Einstellhallen für die Busse, ein neues Büro für die BLT, öffentlich nutzbare Flächen und eine Schwimmhalle. Das Erdgeschoss und das erste Obergeschoss werden von den Bussen genutzt. Die darüber liegenden Stockwerke beherbergen die Schwimmhalle sowie öffentlich zugängliche Bereiche.
Statik
Das statische System, bestehend aus Vierendeelträgern, Stützen und Unterzügen, übernimmt die Aufgabe, die enormen Lasten des 25 x 50 Meter großen Schwimmbeckens im dritten Obergeschoss sicher abzuleiten. Die auf die Vierendeelträger einwirkenden Kräfte werden gezielt über die Stützen an der Fassade bis in den Boden übertragen. Um die enormen Lasten des Schwimmbeckens abzutragen, sind neben den Vierendeelträgern zusätzliche Stützen und Unterzüge notwendig, wodurch ein dichter Stützenwald entsteht. Dieses System sorgt nicht nur für die Aussteifung des Gebäudes, sondern schafft auch räumliche Qualitäten, die eine flexible Nutzung und Überlagerung der Räume ermöglichen.
Haustechnik + Nachhaltigkeit
Das Dach und die Fassade sind mit Photovoltaikmodulen ausgestattet, die den Betrieb des Gebäudes unterstützen. Das anfallende Regenwasser wird im Wassertank gesammelt. Dieses Wasser wird für die Schwimmhalle, deren Sanitäranlagen und die Buswaschanlage wiederverwendet. Zusätzlich wird die Abwärme der Elektrobusse, die in der Einstellhalle im Erdgeschoss geparkt sind, zur Beheizung des Schwimmbads genutzt. Dafür kommen an der Decke montierte Umluftkühler zum Einsatz, die die Wärme aus dem Raum aufnehmen. Ein Sonnenschutz an der Fassade und den Dachfenstern sorgt dafür, dass die Schwimmhalle vor Überhitzung geschützt ist. Im Sommer können die Fenster vollständig geöffnet werden, sodass die Halle nicht zusätzlich beheizt werden muss und dadurch weniger Energie verbraucht wird.
Reuse
Das bestehende Gebäude ist ein Bauwerk der BLT, das als Parkhaus, Buseinstellhalle sowie als Waschanlage dient. Im Sinne der Kreislaufwirtschaft werden verschiedene Bauteile demontiert und in den Neubau integriert. Dazu zählen unter anderem die Falttüren und die vorhandenen Treppen, welche in gutem Zustand sind. Darüber hinaus wird die Stahlkonstruktion, insbesondere die Stahlträger wiederverwendet. Auch die bestehenden Photovoltaikmodule werden erneut installiert, um weiterhin zur Eigenversorgung mit nachhaltiger Energie beizutragen. Die Geländer sowie das Profilglas des alten Gebäudes finden ebenfalls im Neubau ihren Platz.”