Building with a Horizon

Entwurf: Nicolas Martin

Projektbeschrieb: “Das derzeit landwirtschaftlich genutzte Areal im Gäu steht zunehmend unter wirtschaftlichem Druck und wird in absehbarer Zeit von Lager- und Industriehallen überformt. Mein Projekt setzt sich mit dieser Entwicklung auseinander und formuliert eine architektonische Strategie, um den Übergang vom Dorf zur Industrie neu zu definieren.

Die Lage des Gebiets – eingebettet zwischen der Autobahn und der Bahnlinie – macht es infrastrukturell besonders geeignet für logistische Nutzungen. Ziel meines Entwurfs ist es daher, den Bau zukünftiger Lagerhallen unter der Voraussetzung einer wesentlich effizienteren Flächennutzung gezielt zu ermöglichen. Mit meinem Projekt schlage ich einen ans Logistikareal angedockten linearen Kopfbau von 300 Metern Länge vor, welcher sämtliche platzraubenden Verwaltungsräume in sich trägt.

Künftig soll Bauen im Gäu nur noch erlaubt sein, wenn man sich für die Verwaltungsräume im vorgeschlagenen Riegel einmietet. Ergänzt wird das Gebäude durch ein Ausbildungszentrum für industrielle und technische Berufe – ein Ort, an dem Fachkräfte in Elektronik, Polymechaniker, Automation, Konstruktion und Informatik ausgebildet werden. Ebenfalls wird viel Platz durch die Parkplätze und das Tanken der LKWs verschwenden, da jede Parzelle über ihre eigene Tankanlage und Parkplätze verfügt. Unter dem neuen Riegel liegen daher dutzende Parkplätze mit Diesel-Tankmöglichkeit.

Als Kopfbau des Areals markiert das Gebäude nicht nur den Abschluss des Logistikfelds, sondern formuliert zugleich eine neue Ankunftssituation für den Bahnhof Egerkingen, der derzeit über keinerlei Aufenthaltsqualität verfügt. Der Baukörper rückt dafür einige Meter von der Gleisanlage ab und bildet einen begrünten Platzraum aus. Ein eingeschossiger Annex mit Mensa und Aula schafft einen öffentlichen Raum für Lernende, Mitarbeitende und die breite Öffentlichkeit.

Eine zentrale Herausforderung des Entwurfs lag in der komplexen, unmittelbaren Umgebung. Richtet sich das Gebäude zum neu geschaffenen Park aus, vernachlässigt es die Logistik. Stellt es sich auf die Logistik ein, verliert es den Bezug zur Ankunftssituation. Als Antwort auf diese Ambivalenz hebt sich das Gebäude vom Terrain ab und ruht als eigenständige Plattform, abgehoben zwischen diesen kontrastierenden Orten. Eine Stahlhaube fasst diese Plattform räumlich. Über grosszügige Freitreppen gelangt man vom Platz aus unter diese Haube.”

Modellbild
Schema Städtebau
Erdgeschoss
Schema Grünraum
Obergeschoss
Modellbuild
Ansicht
Schema Statik
Detailansicht
Detailschnitt
Modellbuild