Gartenwerkstatt
Entwurf: Joyce Schwyn
Auszug auf dem Projektbeschrieb:
Die neue Lernwerkstatt für gärtnerische Berufe entsteht im Zentrum von Egerkingen im Gebiet Niderdorf. Das Grundstück liegt an der Solothurnerstrasse, einer der beiden Hauptachsen, die Egerkingen mit den umliegenden Gemeinden verbindet. In unmittelbarer Nähe treffen Solothurnerstrasse (bzw. Oltnerstrasse) und Bahnhofstrasse aufeinander. Die Lage ist besonders: am Rand der bestehenden Siedlung und zugleich nahe dem alten Ortszentrum. Nordseitig grenzt eine locker bebaute Wohnzone an, südlich und westlich schliessen Landwirtschaftsflächen an. Damit markiert der Standort den Übergang zwischen bebautem Gebiet und offener Landschaft.
Ein bestehender Fussweg durchquert das Grundstück und wird unter anderem von Schulkindern genutzt. Der Entwurf greift diese Achse auf und ergänzt sie durch Aufenthalts- und Grünräume entlang des Weges. Das Gelände bietet freie Sicht auf die Jurahügel und profitiert klimatisch von nächtlichen Kaltluftabflüssen aus den Höhenlagen.
Das Projekt umfasst mehrere Baukörper, die in Massstab und Setzung auf die Umgebung reagieren. Die Gebäude sind modular aufgebaut und folgen einer parallelen Dachform. Die Gliederung in einzelne Volumen knüpft an die kleinteilige Struktur am Ortsrand an.
Geplant sind ein Hauptgebäude mit Klassenzimmern und Werkstätten, ein separates Forschungsgebäude sowie die Umnutzung eines bestehenden Bauernhauses. Zwischen den Baukörpern entstehen differenzierte Freiräume. Die Orientierung erfolgt entlang bestehender Achsen und Grundstücksgrenzen, um die Einbindung in den Ort zu stärken.
Das Hauptgebäude enthält Unterrichtsräume sowie Werkstätten für die gärtnerische Ausbildung. Das bestehende Bauernhaus wird zur Aula, Cafeteria mit Küche und einem öffentlich zugänglichen Ausstellungsraum umgebaut. Ein weiteres Gebäude dient der Forschung und nimmt auch Flächen für den Werkhof auf.
Das Ausbildungskonzept sieht eine enge Kooperation mit dem benachbarten Sonnenhof vor. Die Lernenden sammeln praktische Erfahrungen in Pflanzenbau und Lebensmittelverarbeitung. Diese Zusammenarbeit schafft einen direkten Bezug zwischen Bildung und Landwirtschaft und stärkt regionale Wertschöpfungsketten.