Roman Schmutz + Fabrice Zaugg
Entwurf: Roman Schmutz + Fabrice Zaugg
Auf dem Areal des ehemaligen Rosshofes wird ein Gebäude- und Nutzungsensemble vorgeschlagen, das die Universität als Teil des städtischen Gefüges versteht. Der Entwurf untersucht, wie ein Universitätsbau in der Basler Altstadt räumlich wirksam werden kann, ohne sich institutionell vom öffentlichen Stadtraum abzugrenzen.
Der Umgang mit dem Bestand folgt dem Versuch eines anderen Zugangs. Ausgangspunkt ist eine städtebaulich klare Setzung, aus der sich erst in einem zweiten Schritt der Umgang mit den vorhandenen historischen Strukturen ableitet. Dieser Ansatz lässt sich als eine Form von Reverse Archaeology beschreiben: Nicht der Bestand bestimmt die neue Ordnung, sondern die neue Ordnung legt frei, welche Teile des Bestands aufgenommen, überlagert oder weitergeführt werden können. Der Bestand wird dabei weder freigestellt noch museal behandelt, sondern in eine übergeordnete räumliche Struktur eingebunden.
Der städtebauliche Ansatz zielt nicht darauf ab, klar gefasste Räume mit hoher Zugangsschwelle zu erzeugen. Vielmehr werden Räume aufgespannt, die nahtlos ineinander übergehen und den Stadtraum niederschwellig weiterführen. Übergänge zwischen Strasse, Gasse, Hof, Dach und Innenräumen bleiben offen. Es entstehen keine eindeutig definierten Vorplätze oder abgeschlossenen Höfe, sondern räumliche Sequenzen, die Bewegung, Aufenthalt und Durchquerung gleichermassen zulassen.
Die Setzung reagiert auf die städtische Landschaft der Basler Altstadt. In Anlehnung an Frei Ottos Verständnis von Architektur als räumlichem Zusammenhang wird die Stadt nicht als Ansammlung einzelner Baukörper gelesen, sondern als Gefüge aus Höhenentwicklung, Dichte, Freiräumen und Bewegungsrichtungen. Aus der Analyse dieser prägenden Gegebenheiten entsteht eine eigenständige Struktur, die bestehende Fluchten aufnimmt und neue räumliche Beziehungen formuliert. […]
Der Entwurf versteht sich als Untersuchung, wie unter den Bedingungen der späten 1970er Jahre ein Universitätsbau entstehen könnte, der Konstruktion, Nutzung und Öffentlichkeit nicht trennt, sondern räumlich miteinander verknüpft und dem Stadtraum dient.