Fabian Nützi

Entwurf: Fabian Nützi

Eingebettet in das urbane Spannungsfeld zweier markanter Hochhäuser, behauptet das Gebäude WSJ-506 auf dem Novartis Campus seine architektonische Eigenständigkeit. Die volumetrische Gliederung des Bauwerks übersetzt eine klassische, beinahe sakrale Raumtypologie in einen modernen Kontext: Ein weites Hauptschiff wird räumlich von dienenden Seitenschiffen flankiert, während ein präsenter Kopfbau als zentraler Erschliessungsknoten fungiert und die Volumetrie verankert.

Nach aussen zeigt sich der Baukörper über eine industriell geprägte, robuste Fassade, die eine starke tektonische Kraft und Materialpräsenz ausstrahlt. Das industriellen Farben aus Rot und Grün stechen direkt ins Auge.

Die vorgefundene Struktur mit ihren klaren Betonstützen und -wänden bildet ein starkes, fast sakrales Gerüst. Das Problem: Die alte Labornutzung hat dieses Potenzial durch kleinteilige Raumtrennungen komplett verbaut. Für ein ‘Bewegungshaus’, das Weite, Dynamik und freie Flächen erfordert, funktionierte dieser Grundriss nicht mehr. Mein Eingriff ist daher eine präzise räumliche Befreiung – ein chirurgischer Eingriff in den Bestand. Wie man hier im Umbauschema an den roten Markierungen sieht, entferne ich konsequent den nicht-tragenden Ausbau. Die primäre Tragstruktur bleibt als roher, industrieller Rahmen erhalten. Wir schälen quasi die Qualitäten des Bestands wieder heraus. Das ehemals verbaute Mittelschiff wird frei und es wird zu einer durchgehenden, stützenfreien Halle, die als dynamische Bühne und Interaktion dient.

Wenn man weiter ins Detail geht wird diese Bewegung auch im Grundriss vom Badezimmer oder in den Büroräumen ersichtlich. Je nach Anordnung oder Stellung der Türen entstehen mehrere Räume, die gleichzeitig genutzt werden kann.

Visualisierung
Regelgeschoss
Längsschnitt
Modellbild
Ansicht West
Wohnung und Büro
Detailschnitt