Architekturschiene
Filiz Boran
Was bedeutet für uns ein Architekturzentrum? Gibt es eine Hierarchie der Städte in der Schweiz? Gibt es ein Zentrum?
Die schweizerische Architektur weist viele verschiedene Nuancen in den Agglomerationen und den Städten auf und bildet kein Zentrum. Diese Dezentralität möchten wir mit unserem Konzept unterstreichen und als Hauptthema für unser Projekt setzten. Ein Architekturzentrum in der Schweiz bedeutet für uns eine dezentrale Verbindung zwischen unterschiedlichen Orten mit verschiedenen Kontexten. Unsere Strategie ist es die Transitorte, die zwar durch den Tag sehr belebt, jedoch nicht stark entwickelt sind, zu verbinden und aufzuwerten. Unser Fokus richtet sich auf die sanierungsbedürftigen Bauten in bahnhofsnähe, die sich direkt neben den Gleisen befinden, aus und ermöglicht so eine Rundfahrt zu den einzelnen Ausstellungen, die alle miteinander verknüpft sind. Dadurch werden die Ortschaften, an denen man Teile der Ausstellung besichtigen kann, mit neuen Sehenswürdigkeiten verstärkt. Die Schweizerische Bundesbahn wird mittels dieses Konzeptes unterstützt und stärkt wiederum auch unser Konzept.
Mit dieser Ausgangslage wollen wir zeigen, dass die Verbindungen zwischen den Städten in der Schweiz von grosser Bedeutung sind und das jede eine andere historische oder architektonische Bedeutung aufweist. Die gewählte Strecke, die wir in der Gruppe erarbeiten werden, soll unsere Region im Fokus stellen und als eine mögliche Strategievorlage für die Zukunft dienen.
Die auserwählte Parzelle befindet sich hinter dem Sissacher Bahnhof, in unmittelbarer Nähe zu den Gleisen. Es befinden sich sechs denkmalgeschützte Gebäuden, welche von einem Lokomotivenverein bewirtschaftet werden. Der Lokomotivenverein unterhält und deponiert im westlichen und östlichen Depot gut erhaltene Alt-Lokomotiven. Die Parzelle grenzt im Norden an die stark befahrenen Gleisen der Schweizerischen Bundesbahn SBB. Im Südosten grenzt sie an das Waldgebiet, im Süden, Südwesten an das Sissacher Industriegebiet. Es ist eine langezogene Parzelle, welche durch die sechs Langsbauten betont wird. Die Gebäuden strecken sich Ost-Westlich aus und stehen als solide Punktbauten auf der Parzelle verteilt.
Das Projekt bildet einen Rücken zu den nördlich gelegenen Gleisen und bildet so ein klar definiertes zur Öffentlichkeit gerichtetetes Areal. Die architektonische Sprache der Bestandsgebäuden werden im Neubauprojekt aufgenommen und neu interpretiert. Die Gleise, welche auf die Parzelle und in die Bestandsgebäuden führen, sind betriebstüchtig. Die Erreichbarkeit des Museums wird hauptsächlich über die Gleise, dem dazugehörigen Zug der Architekturschiene, gewährleistet.