Hüslimatt
Entwurf: Tobias Bolt + Nicolas Martin
Projektbeschrieb: “Der Neubau dockt an den bestehenden Tramdepotbau an und wird Teil der Infrastruktur, die diesen Ort prägt. Er schafft eine Ankunftsschneise für die Tramlinie, welche von der Struktur des Neubaus eingefasst wird. Der Neubau soll an diesem Standort eine markante „erste Adresse“ bilden. Alle Bewegungen verlaufen in Nord-Süd-Richtung, während die Geschosse ost-westlich auf den schachbrettartig angelegten Ort blicken.
Unterschiedliche Nutzungen sind vertikal gestapelt. Dabei nimmt jede Geschossplatte genau so viel Fläche und Höhe in Anspruch, wie es die jeweilige Nutzung erfordert. Das Gebäude wird von zwei Hauptkernen getragen, die statisch auf den Boden abgestützt sind. Von diesen Kernen aus reagiert eine Tragstruktur auf die Geschossplatten, um diese gegebenenfalls bei Auskragungen abzufangen. Liegen die Plattenkanten übereinander, werden die Kräfte durch einfache Stützen vertikal abgeleitet. Entsteht jedoch eine Auskragung, so wird eine diagonal verlaufende Strebe vom Kern durch das Bauwerk geführt, um gezielt die entstehende Schwachstelle abzufangen.
Benötigt eine Auskragung zusätzliche Erschließung, wird die Strebe entsprechend vergrößert und mit einer integrierten Treppe oder einem Aufzug ausgestattet. Die Platten verfügen über ein Unterzugsnetz, das flexibel auf verschiedene Situationen reagiert und einen sparsamen Umgang mit Beton ermöglicht. So entsteht ein statischer Organismus, der durch einfache Regeln und Bedingungen eine eigene Logik schafft und eine dynamische Raumwahrnehmung ermöglicht. In diesem Bauwerk bewegt man sich nicht einfach perspektivisch von Raum zu Raum. Ebenso wenig steht man in einem eindeutigen Bezug zu einem Zentrum. Stattdessen ist man zwischen den zwei Polen der Hauptkerne eingespannt und bewegt sich durch ein Geflecht aus Streben, die sich nach oben hin verflüchtigen. Diese Streben tragen das Gebäude, steifen es aus, führen Leitungen und dienen der Erschließung. Sie bilden, neben den Platten, das zentrale architektonische Element.
Im Untergeschoss, Erdgeschoss und ersten Obergeschoss befindet sich das Busdepot. Darüber liegt ein öffentliches Geschoss mit einer Bar und einer Mensa, das nicht nur Mitarbeitende, sondern auch Einkaufende und Sporttreibende anziehen soll. Es folgt ein Bürogeschoss der BVG, über dem ein Sportgeschoss mit Turnhalle und Fitnessraum liegt. Das Dach bietet zusätzliche Sportnutzungen.
Das gesamte Skelett ist in Beton ausgeführt. Nebenräume sind als Kapseln innerhalb der Struktur gestaltet und bestehen aus weißen Metallwänden. Ergänzt wird die Struktur durch metallische Elemente (Pfosten-Riegel, Deckenuntersichten, Geländer), die ebenfalls aus weiß lackiertem Metall gefertigt sind.”
I
PRO GESCHOSS GIBT ES EINE NUTZUNG. DIESE NIMMT SO VIEL
FLÄCHE UND HÖHE IN ANSPRUCH, WIE SIE BENÖTIGT.
II
DIE GESCHOSSE WERDEN ZENTRAL AUFEINANDERGESTAPELT UND
REAGIEREN IM QUERSCHNITT AUF DIE UMGEBUNG.
III
ES GIBT ZWEI KERNE, DIE MIT ABSPRIESSUNGEN AUSGESTEIFT WERDEN UND DAS GEBÄUDE STABILISIEREN.
IV
JEDE GESCHOSSPLATTE WEIST INDIVIDUELLE SCHWACHPUNKT AUF.
LIEGT EINE KANTE ÜBER DER ANDEREN,
WERDEN DIE LASTEN DURCH VERTIKALE STÜTZEN NACH
UNTEN ABGETRAGEN.
HANDELT ES SICH UM EINE AUSKRAGUNG,
FÄNGT EINE VON DER SCHWACHSTELLE ZUM KERN SCHIESSENDE STREBE
DIE LASTEN AB.