Architekturlandschaften

Moritz Wick

Das bearbeitete Projekt befindet sich nahe dem Bahnhof „Bernina Hospizio“ am Lago Bianco. Der Berninapass ist die Verbindung zwischen dem Oberengadin und dem Val Poschiavo im Kanton Graubünden. Der Lago Bianco 2234 m.ü.M. liegt in Nähe der Passhöhe und bildet einen Scheidepunkt der Abflüsse zwischen der Adria und dem Schwarzen Meer. In der Umgebung der Passhöhe stehen diverse Gebäude und Infra- strukturbauten. Hotel, Restaurant, Werkhof, Bahnhof, Umspannwerk sowie eine Hochspannungsleitung bilden den Kontrast zwischen der bebauten und nichtbebauten Landschaft. Darauf stützt das Strategische Konzept, die bestehende Gebäude und Infrastrukturen als vorhandene Ausstellung zu betrachten und diese mit einem Zentrum für die Region und kleineren Kunstinterventionen zu inszenieren respektive miteinander zu verbinden. In den nächsten Jahren sollte das bestehende Stauwerk zu einem Pumpspeicherkraftwerk ausgebaut werden. In diesem Zug werden die Staumauern um 4 Metern erhöht. Entlang dieser neuen Uferlinie befindet sich das geplante Projekt.

Ein überdachter Aussenbereich bildet den Auftakt des Zentrums. Vom Bahnhof Hospizio gelangt man über eine Treppe in die Nähe des Ufers. Entlang der Holzkonstruktion des Vordachs nähert man sich den Gebäuden. Uferseitig, abgetreppt zum Wasser befindet sich eine Tribüne für die Landschaften. Eine Art Terrassierung die an die Lawinenbebauungen an den Hängen erinnern sollten. Weiter wird dadurch ein Becken gefasst worin man das kalte, weissliche Schmelzwasser am eigenen Körper erfahren kann. Man sieht etwas weiter schon das erste Gebäude mit einem auffallenden Kamin.

Ein Dach, drei Volumen und ein bestehendes Gebäude bilden das neue Zentrum. Das Dach eine modular aufgebaute Holzkonstruktion überspannt sämtliche Gebäude. Die darunterliegende Volumen richten sich parallel entlang des Höhenprofils aus und haben unterschiedliche Funktionen.

Im ersten Volumen eine aus dem Dach heraus entwickelte Holzkonstruktion auf einem Betonsockel, bildet einen öffentlichen, warmer Ort, der das Studieren der Landschaften fördern soll mittels einer Bibliothek. Der zentrierte Kamin bildet den Mittelpunkt des Raumes und soll ein wohnliches, gemeinschaftliches Gefühl vermitteln.

Im zweiten Volumen aus den Bruchsteinen der Umgebung ist ein Ausstellungsraum geplant. Durch das Durchschreiten verschiedenster Schichten gelangt man auf eine Plattform. Diese Plattform schwebt über der Wasseroberfläche des Lago Blancos. Je nach Pegelstand wird der Ausstellungsraum unterschiedlich geflutet. Am Ende gelangt man durch einen Steg entlang der Wasseroberfläche zum bestehenden Pumpgebäude. Dieses wird zu zusätzlichen Ausstellungsflächen umgenutzt. Je nach Pegelstand sind diese Flächen beschränkt zugänglich.

Im dritten Volumen ebenfalls aus Naturstein, befindet sich die neue Pumpstation. In der Verlängerung der bestehenden Leitungen werden dieser in grösserer Höhe wieder installiert. Mittels eines Blickfenster wird neu, die Kraftwerksthematik der Region für die Öffentlichkeit sichtbar.

Axonometrie
Bahnhof
Passhöhe
Stimmungsbild Sommer
Stimmungsbild Winter
Stimmung Innenraum
Stimmung Innenraum
Planbild