Seconda Fila

Entwurf: Veronica Alessi

Seconda Fila ist Teil der Idee des städtebaulichen Konzeptes eines neuen Bildungszentrums für verschiedenste Handwerksberufe. Das vorgeschlagene Ensemble zeigt nah am Dorfkern von Egerkingen einen Ansatz einer städtebaulichen Verdichtung nach innen. Die Situation befindet sich in einem rückwertigen Zwischenraum. Nur wenig geben die Durchgänge der Hauptstrasse zu dem verborgenen Ort hinter den Wohnbauten wieder. Die vier einzelnen Baukörper sind miteinander verbunden und spielen mit der Bestandsgeometrie des Perimeters. Die Idee der im Ausdruck leichten Strukturen setzt sich, wo möglich ist, an bestehende Brandwände. Eine dichte Bebauung sichert die freie Landschaft im Hinterhof. Ähnlich der Gebäudemorphologie im Dorfkern- mit Anbauten, welche von der Hauptstrasse sich nach rückwertig verdichten und wie eine Perlenkette traufseitig aneinander schmelzen – greift ein Teil der neuen Baukörper dieses Prinzip auf und erweitert die Silhouette am Bestand. Unterschiedlich geneigte Dächer referenzieren die im historischen Bestand typisch geneigten Sattel,- oder Walmdächer. Das Stück entworfene Stadt formuliert mehrere neue Adressen. Eine offen gestaltete Specksteinwerkstatt bildet unter anderem einen neuen Schwellenraum zwischen Dorf und Bildungszentrum. Eine neue Bibliothek verbindet die Geschichte Egerkings mit zukünftigen Wissensammlungen. Das Unterrichtsgebäude bietet frei gestaltbare Lehrräume, welche je nach Bedürfnissen angepasst und transformiert werden können. Das Studiogebäude schafft einen kleinen, zwischen Bäumen gerahmten, Rückzugsort zum Lernen und Treffen. Das teilweise Öffnen der Erdgeschossebene verleiht den Gebäuden zur Öffentlichkeit hin eine erhöhte Präsenz und unterstützt Querbezüge. Das Spiel zwischen sich öffnenden und schliessendenErdgeschossen leitet einen fliessenden Weg in Richtung der Apfelbaumplantage. Wo möglich, rücken Gebäudezusammen und schaffen Freiräume für Landschaft und Landwirtschaft. Die Architektur reagiert dabei sorgsam und passt sich dem gewachsenen Terrain an. Die Kompaktheit der Volumen, die Flexibilität der Strukturen sowiedie hybrid gefügten Bauteile führen zu einer langfristigen Nachhaltigkeit. Wie ein wachsendes Geflecht breiten sich Innen- und Aussenräume aus, nehmen den Raum ein und verweben sich mit ihrer Umgebung. Die unmittelbare Nähe zu den Wohnkomplexen schafft eine direkte Beziehung zwischen Schüler:innen und Anwohnenden, wodurch ein Austausch erzwungen wird. Die Schule versucht mit dem Dorf in Begegnung zu treten. Der Austausch wird gefördert durch leicht erreichbare Raumangebote, Möglichkeiten der Umnutzungen.Die Lehrwerkstatt wird zum Ort, wo die Lehre in der Öffentlichkeit sichtbar wird und eine Vernetzung mit der Bevölkerung gefördert wird.

Grundriss EG
Grundriss 1.OG
Haustechnik Konzept
Aussenraum
Aussenraum
Laube
Planbild
Umgebung
Schnitt 1
Schnitt 2
Schnitt 3
Konstruktionsaxonometrie