STRUKTURWANDEL

Backcasting the Ruhr – Energie, Stadt und Architektur im Wandel

Unsere diesjährige Herbstexkursion führt uns ins Ruhrgebiet – eine Landschaft, die wie kaum eine andere für Aufstieg und Niedergang fossiler Energie steht. Über ein Jahrhundert lang prägten Bergwerke, Fördertürme und Stahlwerke das Gesicht der Region. Der Kohleabbau war nicht nur wirtschaftliche Basis, sondern auch kultureller Anker: Er formte Identität, Arbeitsethos und Gemeinschaft. Mit dem Ende des Bergbaus setzte deshalb nicht nur ein ökonomischer, sondern auch ein tiefgreifender kultureller sowie struktureller Wandel ein. Die abhängigkeit von Fossilen Brennstoffen und die anschliessende Neuerfindung der Region kann somit ein Wegweiser für die Strukturellen Herausforderungen unserer Zeit sein.

Drei Tage lang folgen wir den Spuren dieses Strukturwandels. Riesige Tagebaue wie Hambach und Garzweiler verdeutlichen Dimension und Dramatik der Eingriffe in Landschaft und Ökologie – und die offenen Fragen ihrer Rekultivierung. Ikonische Orte wie die Zeche Zollverein oder der Landschaftspark Duisburg-Nord zeigen, wie monumentale Industriearchitektur in Kulturstätten, Freizeitlandschaften und kollektive Erinnerungsräume verwandelt werden kann. Daneben begegnen wir kleinmaßstäblichen Projekten, die im Alltag erproben, wie sich bestehende Strukturen erfinderisch umbauen, ressourcenschonend weiternutzen und behutsam fortschreiben lassen.

Die Exkursion ist eng mit dem Semesterprojekt Counterfactual Structures verknüpft. Das Ruhrgebiet wird so zum Lehrraum, in dem wir das Verhältnis von Architektur, Ökonomie und Ressourcen beleuchten und untersuchen, wie bestehende Strutkuren unter anderen Bedingungen und Wertesystemen neu interpretieret, verändert oder transofmiert werden können.

Museum Küppersmühle, Duisburg
Zollverein, Essen
Jahrhunderthalle, Bochum