Wachsendes Haus
Entwurf: Clemens Spaar
Die Halle ist der letzte Baustein unserer Strategie und erfüllt zwei Funktionen, die sich im Jahresverlauf abwechseln. Von Frühling bis Herbst dient sie als Gewächshaus, in dem lokal Gemüse für die umliegende Bevölkerung angebaut wird. Im Winter wird die Halle als Kunsthaus genutzt, in dem Ausstellungen, Konzerte, Aufführungen und Anlässe stattfinden können.
In der Analyse der Bauplätze hat sich gezeigt, dass die optimalen Bedingungen für Gewächshäuser auch gleichzeitig meist die Flächen sind, auf denen das beste Kulturland im Schönthal liegt. Diese fruchtbaren Böden gilt es langfristig zu erhalten und eignen sich dadurch nicht als Bauplatz. Im Gespräch mit dem lokalen Bauern hat sich eine Alternative aufgezeigt, welche eine vielversprechende Ausgangslage bietet. Ein Stall und Heustock, der peripher in der Landschaft steht, wird aus ökonomischen Gründen eher früher als später in die Nähe des Bauernhofes im Tal zurück verlegt und wird somit seine Funktion verlieren.
Der bestehende Stall erschien auf den ersten Blick nur aufgrund seines romantischen Erscheinungsbildes in der Landschaft erhaltenswert. Bei näherer Untersuchung wurde jedoch klar, dass die innere Fachwerkstruktur großes Potenzial in sich hat. Um die neuen Funktionen in der vorhandenen Struktur zu ermöglichen, ist eine Transformation erforderlich. Um genügend Fläche für das Gewächshaus und eine passende Proportion für das Kunsthaus zu ermöglichen, wird der Stall in der Länge verdoppelt. Die südliche Hälfte des Dachstuhls wird rückgebaut und
spiegelverkehrt an der verlängerten Nordseite wieder aufgebaut.
Dadurch kann an der südlichen Fassade eine neue Stahlkonstruktion angefügt werden, die wie ein Kran den Bestand trägt und genügend Sonneneinstrahlung für das Gewächshaus ermöglicht. Die Balkendecke, die den unterteilt, rückgebaut, wodurch eine klare Verbindung zwischen und dem Nebengebäude entsteht. Dieses übernimmt alle zweckmässigen Funktionen, welche die beiden Nutzungen fordern.